Sport trotzt Brustkrebs? Ja, wenn es gut tut!

Regelmäßige körperliche Bewegung besitzt einen durchaus positiven Effekt für Körper und Seele, während und im Anschluss an eine Brustkrebsbehandlung kann regelmäßige Aktivität die Genesung fördern. Eine pauschale Empfehlung dazu kann es jedoch nicht geben, die sportlichen Aktivitäten sollten in jedem Fall auf die individuelle Krankengeschichte, Bedürfnisse und den Gesundheitszustand der Patientin abgestimmt und angepasst sein.

Das Kreislaufsystem und die Bewegungsfähigkeit sind möglicherweise nach einer Brustoperation eingeschränkt. Ist ein Teil der Brustmuskulatur entfernt worden oder spannt der Narbenbereich schmerzhaft oder ist verhärtet, kann eine daraus resultierende Schonhaltung die Verkrampfung und Verspannung der Muskulatur in Schulter- und Nackenbereich hervorrufen. Längerfristig kann dies zu Kopfschmerzen, Wirbelsäulenfehlstellungen und Rückenschmerzen führen.


Starten Sie langsam ...

Ein qualifizierter Therapeut kann Sie bereits 1 bis 2 Tage nach der Operation in der Klinik mit Physiotherapie anleiten. Verkürzungen des Muskelgewebes oder Lymphstau (mögliche Folgen der Operation) kann mit einer frühzeitigen Therapie entgegen gewirkt werden.
Problem Lymphödem:
Aufgrund einer mechanischen Einschränkung des Lymphgefäßsystems kann die Flüssigkeit im Zwischenzellraum nicht mehr ausreichend über die Lymphgefäße abtransportiert werden. So bilden sich ein Rückstau und Ansammlungen von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen, man spricht von einem Ödem.
Durch gezielte Muskelkräftigungsübungen können ein bestehendes Lymphödem vermindert und das Risiko, dass ein Lymphödem entsteht, herabgesetzt werden. Die Übungen aktivieren die sogenannte Muskelpumpe, der Muskel zieht sich zusammen und drückt auf die Lymphgefäße. So kann die Lymphflüssigkeit vermehrt abfließen.
Mit speziellen Gymnastikübungen wird die Bewegungseinschränkung verbessert, das Schultergelenk mobilisiert und Fehlhaltungen entgegen gewirkt.

 

... bleiben Sie am Ball ...
Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Wandern oder Radfahren und moderates Schwimmen. Auch Tanzen, leichte Step-Aerobic, Tai-Chi, Qi-Gong und Yoga fördern die Leistungsfähigkeit und wirken sich positiv auf die eigene Körperwahrnehmung aus.
Vielerorts gibt es im Rahmen der Krebsnachsorge spezielle Sportgruppen für Brustkrebs-Patientinnen. Im Rahmen der Rehabilitation wird ein Teil der Kosten von den Krankenkassen auf Rezept übernommen, Sport in der Krebsnachsorge ist als Rehabilitationssport verordnungsfähig gemäß § 44SGBIX.


... aber überlasten Sie sich nicht!

Sportarten, die den operierten Bereich sehr stark belasten, sollten nur eingeschränkt oder nicht ausgeführt werden. Rückschlagsportarten wie Tennis oder Badminton sind nur eingeschränkt zu empfehlen. Sie können die Belastung durch veränderte Bewegungsabläufe herabsetzen, sollten aber besonders umsichtig auf Ihre körperlichen Reaktionen und eventuelle Schmerzen achten.
Sportarten mit intensivem Körperkontakt und dem Risiko auf Stöße, Sturzgefahr oder Zerrungen sind zu vermeiden, da die Gefahr einer Überlastung oder Verletzung hoch ist. Krafttraining mit isometrischen Übungen (= lang andauernd, statisch) ist zu vermeiden. Auch ruckartige, reißende Bewegungen sollten Sie nicht ausführen.

 

Gut zu wissen:
Da die überwiegende Anzahl zu Studien und Beobachtungen zum Thema Sport bei Krebs bislang mit Brustkrebspatientinnen durchgeführt wurden, liegen für diese Krebsart die meisten Ergebnisse und Erfahrungen vor.

 

(Quelle: Mamazone)


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